Welche Lebenserwartung hat ein Holzhaus?

100 JAHRE UND MEHR

Nach allen Regeln der Baukunst konstruierte und gefertigte Holz-
häuser sind mindestens so langlebig und wertbeständig wie konven-
tionelle Gebäude. Ein Holzhaus von ruwa hat eine Nutzungsdauer
von mindestens hundert, bei zweckmässiger Instandhaltung von
mehreren hundert Jahren.

Wieso verändern Holzhäuser ihr Aussehen?

DURCH DAS SONNENLICHT

Neues Holz dunkelt in den ersten Monaten und Jahren rasch nach.
Die Holzverfärbung ist ein natürlicher Vorgang, durch den das Holz
sich vor dem Sonnenlicht schützt – ähnlich der gebräunten Haut des
Menschen, die durch Pigmentbildung einen körpereigenen Sonnen-
schutz aufbaut.

Die trockenen Ost- und Südfassaden eines Holzhauses wandeln sich
zu Dunkelbraun, die der Feuchtigkeit mehr ausgesetzten West- und Nord-
seiten zeigen mit der Zeit einen silbergrauen bis schwarzen Farbton.

Wie schützt ruwa das Fassadenholz?

KONSTRUKTIV

Die Massnahmen zum Schutz der Holzfassaden und weiterer Holzbau-
teile im Aussenbereich sind abhängig vom Standort, primär Höhenlage
und Luftfeuchtigkeit. Der beste Schutz ist die Wahl der richtigen Holzart,
die auf die Funktion abgestimmte Holztrocknung und die fachgerechte
Detailverarbeitung. So bleibt das Holz weitgehend resistent gegen
Schädlingsbefall wie auch gegen Fäulnis und Verrottung, solange es
nicht in permanentem Kontakt mit Wasser ist.

Im der Witterung ausgesetzten Aussenbereich setzen wir primär auf
konstruktiven Holzschutz. Bei unseren Strickhäusern sind die massiven
Fichtenfassaden durch grosse Vordächer geschützt. Bei Haustypen ohne
Dachüberstände ist die Fassadenlattungen oder -schalung gut hinterlüftet,
damit das Holz gleichmässig und rasch trocknet. Horizontale Flächen, auf
denen Wasser liegen bleibt, vermeiden wir.

Schützen Fassadenanstriche das Holz?

JA

Die Behandlung mit pigmenthaltigen Naturlasuren verlangsamt
das natürliche Abdunkeln des Holzes und dient durch die Wahl des
Pigmentes der farblichen Gestaltung. Lichtechte Farbpigmenten
absorbieren die UV-Strahlung und damit den Ligninabbau.

Wir verwenden nur diffusionsoffene Lasuren, die den Feuchtigkeits-
abtransport aus dem Holzinneren nicht behindern, damit keine Fäulnis
durch Staunässe entsteht. Wenn eine Lasur zur Anwendung kommt,
bringen wir vor der Montage zwei Ringsum-Anstriche auf das Holz
auf und nach Fertigstellung des Hauses einen weiteren Anstrich von
aussen. Lasuranstriche müssen alle paar Jahre erneuert werden.

Deckende Farbanstriche, welche die Diffusionsfähigkeit, die natürliche
Feuchtigkeitsregulation des Holzes einschränken, sind nur bedingt
empfehlenswert. Auf den Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln,
welche die Umwelt und die Gesundheit belasten können, verzichtet
ruwa wo immer möglich.

Wie hoch ist der Wartungsaufwand?

GERING

Lignin, der Stoff, der dem Holz seine Festigkeit gibt, baut sich biologisch
sehr langsam ab. Auch direkt der UV-Strahlung und der Witterung aus-
gesetzt, beträgt der Materialabbau an der Holzoberfläche lediglich einen
Zehntel Millimeter pro Jahr.

Naturbelassenes Holz ist praktisch wartungsfrei. Bei einem Strickbau
aus Massivholz ist der natürliche Holzabbau bedeutungslos. Bei Haustypen
wie der Living Box mit filigraner Fassadenlattung kann der vorgehängte
Holzrost einfach ersetzt werden, wenn dies nach einigen Jahrzehnten nötig
werden sollte. Aussenbauteile wie Fenster, Türen und Geländer erfordern
periodischen Unterhalt, bei Holzbauten genauso wie bei Massivbauten.

Ist ein Holzhaus ringhörig?

NEIN

Holz absorbiert Geräusch und schafft so eine angenehme
Raumakustik. Um Lärm und Trittschall im ganzen Gebäude
zu dämmen, ist Masse erforderlich. Da Holz vergleichsweise
leicht ist, stellt der Schallschutz im Holzbau eine besondere
Herausforderung dar. Durch gezielte Massnahmen wie die
Konstruktion mehrschaliger Boden-/Deckenelemente und
das Vermeiden von Schallbrücken wird bereits eine gute
akustische Isolation erzielt. In Mehrfamilien- oder Bürohäusern
mit noch höheren Anforderung an den Schallschutz werden
Verbunddecken aus Holz in Kombination mit schweren
Materialien wie Beton, Lehm, Kies oder Sand eingebaut.

Knarrt ein Holzhaus?

NEIN

Ausgewähltes, schonend getrocknetes Qualitätsholz weist
ein minimales Quell- und Schwindverhalten auf. Durch präzise
Verarbeitung und sorgfältige Montage von Konstruktionsholz,
das maximal massgenau bleibt, können Spannungen weitgehend
vermieden werden. In einem Holzhaus von ruwa treten kaum
Knarrgeräusche auf.

Besteht bei Holzbauten ein erhöhtes Brandrisiko?

NEIN

Holzbauten weisen hinsichtlich ihres Brandverhaltens Vorteile auf:
Auch gut getrocknetes Holz enthält einen Restanteil Wasser, der ver-
dampfen muss, bevor sich das Holz entzündet – bei einer Temperatur
von erst gegen 300 Grad Celsius. Infolge geringer Wärmeleitfähigkeit
brennt Holz vergleichsweise langsam ab, bleibt unter der verkohlten
Oberfläche unversehrt und damit wesentlich länger tragfähig als
beispielsweise Stahl.

Dank moderner Holzbautechnik ist es heute möglich, die in der
Schweiz seit 2005 geltenden neuen Brandschutzvorschriften problem-
los zu erfüllen und ohne Sicherheitsverlust bis zu sechsgeschossige Wohngebäude in Holz zu realisieren.

Ist es in einem Holzhaus trocken oder feucht, warm oder kalt?

WEDER NOCH

Da Holz im physikalischen Sinne nicht kompakt ist, sondern in
seinen Zellen winzige Hohlräume einschliesst, wirkt es wie kein
anderes Baumaterial regulierend: Holz entzieht feuchter Luft
Wasser und gibt an trockene Luft Wasser ab.

Durch seine poröse Struktur ist Holz ein schlechter Wärmeleiter und
damit ein von Natur aus guter Dämmstoff. In einem nach heutigen
Qualitätsstandards gebauten Holzhauses herrscht immer ein aus-
geglichenes, gesundes Raumklima: Im Sommer ist es angenehm kühl,
im Winter behaglich warm.

Die Lufttemperatur in einem Holzhaus empfindet man als um bis zu
zwei Grad Celsius höher als in anderen Gebäuden – einer der Holz-
faktoren, die Heizkosten sparen helfen.

Verbraucht ein Holzhaus viel Heizenergie?

IM GEGENTEIL

Bezogen auf die Wanddicke weist die Gebäudehülle beim Holz-
bau einen wesentlich höheren Wärmedämmwert auf als beim
herkömmlichen Massivbau. Holzkonstruktionen in Kombination
mit aus Holz gewonnener Zellulosedämmung eignen sich ideal für
energieeffizientes Bauen. Jedes Holzhaus von ruwa erfüllt automatisch
die gesetzlichen Energiesparvorgaben. Durch gezielte Konzepte und
Massnahmen lässt sich der Heizenergieaufwand weit unter das ge-
forderte Limit auf differenzierte Minergiestandards senken.

Der Holzbau stand am Anfang der Entwicklung hin zu Enegiespar
häusern, wie sie heute in der Schweiz nach Minergie und Minergie-P
zertifiziert werden. In Partnerschaften mit dem Energiespezialisten
Andrea Rüedi und dem Architekten Thomas Schnyder hat ruwa diese
Entwicklung massgeblich mitgestaltet.

Sind Holzhäuser teuer?

LANGFRISTIG NICHT

Bauen mit Holz ist in der Summe der Kosten für Planung und Erstellung,
Unterhalt und Betrieb vorteilhaft.

Das Fundament, auf dem das Holzhaus aufgebaut wird, kann schlank
dimensioniert werden, weil der Holzbau ein geringes Eigengewicht hat.

Eine genaue Planung und die Vorfertigung fast aller Holzbauteile in der
Zimmerei und in der Schreinerei verkürzen die Bauzeit und damit die
Baukosten.

Da der Holzbau prädestiniert ist, mit wenig Mehraufwand als Niedrig-
energiehaus realisiert zu werden, ergeben sich im Laufe der Nutzung
erhebliche Einsparungen beim Energieverbrauch.

Wartung und Pflege von Holzbauten sind vergleichsweise minimal.

Das Ersetzen von defekten Holzbauteilen ist problemlos. Ein- und Aus-
bauten in Holzhäusern sind wesentlich einfacher und kostengünstiger zu
realisieren als bei anderen Bauweisen.